Während Italien unerreichbar blieb für die meisten Menschen in der DDR, reiste der Maler Werner Tübke ab den 1970er-Jahren immer wieder nach Venedig, Rom, Sizilien. Eine Einzelausstellung in der Mailänder Galerie von Emilio Bertonati brachte ihm 1971 den internationalen Durchbruch als Künstler.
In Tübkes Werk hat sich die Italien-Begegnung vielschichtig niedergeschlagen. Er bewegt sich eigenständig zwischen dem idealisierten Italienbild der europäischen Kunsttradition und den politischen Positionen des italienischen Malers Renato Guttusos. Besonders in seinen oft düsteren sizilianischen Gesellschaftsporträts offenbart Tübke seine ambivalente Haltung. Das Italienbild des Leipziger Malers, das zeigt die Ausstellung zu seinem 20. Todestag, bewegt sich zwischen klassischer Ästhetik und der Lust am Widerspruch.


