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  • Stadtgeschichte
Der Naschmarkt

Reges Treiben hinterm Rathaus

Das Markttreiben in der Leipziger Innenstadt wird heute klar vom Hauptmarkt vor dem Alten Rathaus dominiert. Einstmals war aber auch der Naschmarkt hinter dem Rathaus ein bedeutsamer Treffpunkt von Austausch und Handel.

Naschmarkt um 1800
Um 1800: Die Zeichnung zeigt den Naschmarkt mit einem Herkulesbrunnen vor der Handelsbörse. An dieser Stelle steht heute das Goethe-Denkmal, das 1903 eingeweiht wurde. Links im Bild sind zwei Sänftenträger bei der Arbeit abgebildet © Stadtgeschichtliches Museum

1556 gegründet, diente der Naschmarkt seine längste Zeit dem Verkauf von Gemüse, Obst und Süßigkeiten. Später kamen eine Garküche, Fischbuden und Brotbänke hinzu. Auch die Fleischbänke, an denen die Vertreter der fleisch- und wurstproduzierenden Berufszweige ihre Waren feilboten, befanden sich in unmittelbarer Nähe.

Die Handelsbörse kommt hinzu

Gut hundert Jahre später krönte die Handelsbörse an der Nordseite des Platzes die Bedeutung des Naschmarkts als wichtiger Handels- und Versammlungsort der Stadt. Der barocke Bau war der erste seiner Art in Leipzig und diente fortan als repräsentativer Treffpunkt für angesehene Kaufleute.

Er fand aber nicht nur Befürworter. Bereits betagte Handelsleute hatten Sorge, sie könnten bei widrigen Wetterverhältnissen die opulente Freitreppe hinunterstürzen. Gelöst wurde das Problem mit der Errichtung eines Hofes vor dem Gebäude, auf dem man sich bei Bedarf stattdessen traf. Die Handelsbörse wird heute für Konzerte, Vorträge und private Feierlichkeiten genutzt.

Der Naschmarkt als Bühne

Berühmt wurde der Naschmarkt auch aufgrund der beliebten Theateraufführungen der Friederike Caroline Neuber. Oft besser bekannt als die Neuberin, leitete sie im 18. Jahrhundert als erste Frau eine eigene Theatergruppe. Der Leipziger Naschmarkt war über viele Jahre ihre Hauptwirkungsstätte.

Nicht weniger nachgefragt zu dieser Zeit waren die Sänftenträger. Sie waren Stadtangestellte, die ihre Gäste per Sänfte durch die Stadt beförderten. Gerüchte, dass ein eher ausschweifendes Publikum von dieser Transportmöglichkeit Gebrauch machte, halten sich bis heute.

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