Kirsten Witte-Hofmann lächelt. Das sei einfach ihr Naturell, sagt die Verlagsinhaberin, die in diesen Tagen besonders viel zu tun hat. Kein Wunder: Es ist Buchmesse-Zeit. Vom 21. bis 24. März präsentiert edition überland mit dem Leipziger Verlag Trottoir Noir aktuelle Neuerscheinungen. Außerdem ist am 23. März im „Laden auf Zeit“ (Kohlgartenstraße 51) eine Lesenacht geplant. „Wir freuen uns auf die Buchmesse und auf viele Kontakte mit Lesern und Verlagen“, sagt Kirsten Witte-Hofmann.
Sächsischer Verlagspreis 2022
Auch wenn nicht gerade Buchmesse ist, gibt es jede Menge Arbeit. Es müssen Manuskripte gelesen, Kontakte mit Autoren gepflegt, Lesungen organisiert werden. Aktuell hat der Verlag, der 2022 mit dem Sächsischen Verlagspreis ausgezeichnet wurde, etwa 15 Autoren im Programm – unter anderem Sebastian Ringel mit seinen Leipzig-Büchern. Um ein Buch zu verlegen, hat Kirsten Witte-Hofmann eine Grundbedingung: „Wenn ich ein Manuskript lese, muss ich Lust bekommen, noch mehr davon zu lesen. Dann kommt es für unseren Verlag infrage.“ Sie selbst interessiere sich vor allem für Ostgeschichten, weil sie im Osten Deutschlands groß geworden sei. 2019 erfüllte sich die Verlegerin mit der Gründung von edition überland einen Traum. „Das war ein mutiger Schritt, der viel mit meiner positiven Einstellung zu tun hatte“, erklärt sie. Dennoch sei es schwerer, zu bestehen, als sie es sich damals vorgestellt hatte.
Schwere Zeiten
Die aktuelle Krise der Buchverlage geht auch an der Verlagsinhaberin nicht spurlos vorbei. „Wenn man von Insolvenzen anderer Verlage hört, überlegt man natürlich, ob man aufs richtige Pferd gesetzt hat“, sagt die 51-Jährige. „Corona und die aktuellen Kriege haben es nicht einfacher gemacht. Dazu kam der Anstieg der Papierpreise.“ Während einige Verlage in Leipzig bereits aufgegeben haben, bleibt Kirsten Witte-Hofmann optimistisch – auch, weil sie eine positive Entwicklung sieht: „Es wird mehr gelesen, als man denkt. Das Buch lebt!“


